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Subject: Re: Neues aus Redmond (Die spinnen, die ..... )
From: Karl-Heinz Zeller
Date: 19 Apr 1999 08:51:48 -0000


Carsten Schmidt wrote:
> 
> bei allem Respekt, die Situation ist noch immer so, ich kann auf dem
> Redmonder System arbeiten, ohne zu wissen, wie ich "Festplatte" buchstabiere
> und lediglich den Einschaltknopf kenne, und dies gilt mit sicherheit für
> fast alle User über 30 Jahre (jhg `64). 

Auch auf einem Linux-System kann man arbeiten, ohne 
zu wissen, was eine Festplatte ist. Allerdings: 

- das Backup-Icon sollte man schon anklicken können, 
  das gilt aber auch M$-Betriebssysteme. 

- bei M$-Betriebssystemen sollte man zusätzlich noch 
  einen Virenscanner updaten können, oder aufs Internet 
  und Datentausch verzichten. Und wenn ein Virus mal so 
  richtig zugeschlagen hat, muß man auch von Diskette 
  booten und den Virenscanner starten können. 

Nach meiner Meinung kommt auch eine kleine Fa. (Arztpraxis 
oder Anwaltskanzlei) nicht ohne jemand aus, der auch mal 
eine Festplatte auswechseln und ein Backup zurückspielen 
kann. Gerade letzteres ist bei M$-Betriebssystemen mit 
reichlich Stolperdrähten versehen. Ein Bekannter, studierter 
Informatiker von Beruf, verlor seinen Job als 
Systemadinistrator in einer 200-Mann-Firma, weil es ihm 
nicht gelang, nach einem Plattencrash des Windows-NT-Servers 
die Daten der Lohnbuchhaltung und der Lagerverwaltung 
wieder herzustellen. 

> Und es gehört wenig Aufwand dazu,
> Redmonder Systeme zu installieren.  wer interessiert sich für performance
> oder gar Sicherheit? 

Eben! Für eine Spielemaschine oder um sich die Platte 
mit Werbebannern aus dem Internet vollzumüllen, reicht 
es, den Einschaltknopf zu kennen und zu wissen, daß man 
die Maus auf dem Mousepad bewegt und nicht direkt auf 
dem Monitor über das Icon schiebt ;-) 

Wer aber den Computer als Werkzeug für die tägliche Arbeit 
einsetzt, der braucht jemand, der sich auskennt. Und von 
denen, welche sich auskennen, raten immer weniger zu 
einem Betriebssystem einer Firma, in deren Handbüchern es kein 
Kapitel über Datensicherheit gibt. 

> erst letztes sylvester (hatte keinen bock auf party) endlich mal ein
> einigermassen "sauberes" Debian auf eine partition spielen lassen - ich bin
> happy, 

Na also!

> aber fuer die isdn karte reicht es bei mir nicht, und an den palm
> wage ich gar nicht zu denken. es ist echt bitter! Und keine "alte sau" , die
> sich mit ueber 30 noch auf irgendwelche "computer-abenteuer " einlaesst!
> Letztendlich muesst ich einen crack engagieren und mich meine seltsame
> Faszination für Linux was kosten lassen. 

Schau doch einfach mal beim Linuxstammtisch diesen Mittwoch 
im Raethenhaus (Nähe HBf Mü) vorbei. I.d.R. ist die Hilfe eines 
Freaks kostenlos. Und schiebe nicht immer das Alter vor. 
Ich bin 53. Erstkontakt mit Linux im Frühjahr 1996 
(Slackware aus dem Internet auf über 30 Disketten). Erst nach 
dem 3. Anlauf kam ich bis zu einer Linux-Kommandozeile. 

> das wuerde mich wahrscheinlich mehr kosten, als mein OEM Windows
> - denn solange ich nicht meinen Alltagskram auf Linux mache, habe ich null
> chancen, weiterzukommen! 

Meine Empfehlung: nimm Lyx für Deine Texte 

  http://www.go.dlr.de/fresh/linux/src/lyx-1.0.2pre1.tar.gz
  (06 Apr 23:34, 2555503 Bytes)
  High-level word processor frontend to LaTeX with WYSIWYG 
  interface

und versäume nicht, das inzwischen deutschsprachige Tutorial 
durchzuarbeiten, denn es wird etwas anders als Word bedient, 
ist aber letztlich mindestens ebenso komfortabel. 

> Im Prinzip fehlen den ganzen Distrubitionen die absoluten Hardcore Alpha
> Tester! Mütter!! Und momentan ist es so, und wird es so bleiben, daß es
> "Müttern" (ich meine wirklich, Frau mit Kindern) spaß macht windows 9? zu
> installieren. 

Die eigentliche Installation ist bei SuSE, RedHat oder 
Caldera nach meiner Meinung ebenso einfach. Mit Debian 
hast Du eine Distribution für Puristen erwischt, die 
eben nicht auf optimalen Installationskomfort ausgelegt 
ist. 

Ferner hat man bei Linux die Qual der Wahl zwischen vielen 
Fenstermanagern für verschiedene Geschmacksrichtungen und damit 
auch einige Konfigurationsarbeit.  

-- 
MfG Karl-Heinz
http://www.t-online.de/home/KH.Zeller/