[Date Prev][Date Next][Thread Prev][Thread Next] [Date Index] [Thread Index]

Subject: Re: ffs, ext2, metadata operations, FreeBSD
From: Wolfgang Denk
Date: 6 Mar 2000 08:02:39 -0000


Hi,

in message <NDBBJMNNEPKCHPDOJAEBEEMGDJAA.christian@jacken.net> you write:
> 
> > Ich finde es immer  schön  (und  selten  völlig  ohne  vordergründige
> > Subjektivität),  wenn  Anhänger  der  einen  Religion über die Lehren
> > einer anderen schreiben :-)
> 
> Also es hörte sich nicht nach Linux-Schlechtmacherei, sondern fair an.

Naja, aber es gibt das einen gewissen "religious  war"  über  die  in
*BSD  und  Linux  unterschiedlich  implementierten  Algorithmen.  Und
sicher hat Linus nicht gerade beigetragen, da die Wogen zu glätten  -
er  kann  sehr  polemisch argumentieren. Ich bin der Meinung, daß das
alles längst nicht so wild ist...

> > Hm - und was hat der gemacht? Und wodurch wurde der Crash verursacht?
> 
> Die UPS ging kaputt und unterbrach sowohl den Netzstrom sowie auch den
> Batteriestrom.

;-)

Naja, das ist nun wirklich ein unwahrscheinliches Ereignis, oder?

Das wundert mich aber - ich habe zweimal (einmal unter  Solaris,  das
andere  Mal mit Linux-2.2.13) ausgedehnte Crash-Tests gefahren und zu
unterschielichen Zeitpunkten während des Hochlaufs  bzw.  im  Betrieb
Rechner hart zurückgesetzt (und ich denke, daß man da ein "Reset" und
ein "Power-Off" gleichsetzen kann) - im Linux-Fall waren das mehr als
2000  Reset-Zyklen  (der Test lief fast zwei Wochen!). Ich habe dabei
nicht eine einzige Situation gehabt, wo (a) fsck das Filesystem nicht
automatisch reparieren konnten und (b) andere Daten  als  die  gerade
geschriebenen   Files   verloren  gingen.  Alerdings  hatte  ich  ein
besonderes Test-Szenario: die Root-Partition war read-only  gemountet
(wie man es zum Bullet-Proofing gegen Stromausfälle / sonstige Crashs
sowieso  machen sollte), und in der schreibbaren Daten-Partition wur-
den nur wenige sehr große Files sequentiell geschrieben,  aber  nicht
z. B. größere Directory-Trees gelöscht.

Ich will damit zwei Dinge sagen:

(1) Man kann auch mit einem "anfälligen" Filesystem  gut  und  stabil
    leben,  wenn  man  das System für den vorgesehenen Anwendungsfall
    optimiert (z. B. read-only  mounten  aller  Daten,  die  sich  im
    normalen  Betrieb  nicht ändern - normalerweise alles unter / und
    /usr ).

(2) Es kommt massiv auf das Nutzungsprofil an; ich würde  deshalb  z.
    B.  einen Web-Server (der praktisch nur read-only Daten hat!) und
    einen News-Server vielleicht auf  unterschiedliche  Rechner  oder
    aber  zumindest  auf verschiedene Partitions verteilen (Schadens-
    begrenzung).

> > Natürlich stimmt das - als Worst-Case-Szenario. Aber  dieses  Problem
> > ist  allen  "klassischen"  Unix-Filesystemen  gemeinsam, egal, ob das
> > jetzt FFS, UFS, oder ext2 sind. Insofern ist  da  Linux  erst  einmal
> > nicht  wesentlich besser, aber auch nicht schlechter als Solaris oder
> > andere.
> 
> Kann das unter FAT32 oder NTFS nicht passieren? Sind das etwa JFSs?

Nein, das sind keine JFS. Und zumindest unter  NTFS  kannst  Du  auch
beliebig  viele  Daten  verlieren.  Aber dazu brauchst Du wohl mnicht
einmal Stromausfälle :-(

Sorry, ich kenne hier keine Details - ich habe  nie  unter  DOS  oder
Windows gearbeitet, und werde das auch nie tun.

> Ist jemandem neben Reiser-FS noch ein anderes nichtkommerzielles JFS für
> Linux bekannt? Und für FreeBSD?

Naja, XFS (von SGI) für Linux ist in der Arbeit, und IBM hat auch ein
JFS als Open Source in Entwicklung
(http://oss.software.ibm.com/developerworks/opensource/jfs/).

Ich kenne aber kein anderes JFS für Linux,  das  so  vollständig  und
stabil ist wie das Reiser-FS.

> Vielen Dank, das war sehr interessant.

Freut mich. Ich lese Linus auch immer wieder gern, vor allem, wenn er
mal wieder richtig schön polemisiert :-)

Wolfgang

-- 
Software Engineering:  Embedded and Realtime Systems,  Embedded Linux
Phone: (+49)-8142-4596-87  Fax: (+49)-8142-4596-88  Email: wd@denx.de
Yes, it's a technical challenge, and  you  have  to  kind  of  admire
people  who go to the lengths of actually implementing it, but at the
same time you wonder about their IQ...
         --  Linus Torvalds in <5phda5$ml6$1@palladium.transmeta.com>