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Subject: Re: Kernelkompilation unter FreeBSD
From: Markus Stumpf
Date: 21 Mar 2000 21:11:35 -0000


On Tue, Mar 21, 2000 at 09:15:40PM +0000, Rainer Fleischhacker wrote:
> ich möchte einen Kernel nach meinen Ansprüchen unter FreeBSD
> basteln. Wer kann mir bei der Konfiguration etwas behilflich 
> sein? Ja,Ja hier ist eine Linuxgruppe, aber ich kenne sonst 
> keinen der sich mit BSD auskennt. Vielleicht hat jemand doch 
> einen Tipp?

Der Tipp ist natuerlich stark abhaengig davon was Du machen willst, was
Du hast und wofuer Du den Rechner anschliessend  einsetzen willst.
Hilfreich waere auch zu wissen, welche FreeBSD Version Du einsetzt.

Ein erster Schritt ist es mal alle devices, die Du nicht hast/brauchst
rauszuschmeissen.
Dazu ist ein Blick in /var/run/dmesg.boot sehr hilfreich.
Dann macht es Sinn alle Zeilen der Art
    cpu             "Ix86_CPU"
rauszuschmeissen, (normalerweise wohl 486, 586) und
    options         MATH_EMULATE	# Support for x87 emulation
das braucht man heute eigentlich nicht mehr.

Dann gibt es das "LINT" File (liegt auch unter /usr/src/sys/i386/conf,
wie das GENERIC in der die Config des "generischen" sprich install-Kernels
drin steht) da stehen alle devices, Treiber, Parameter drin mit denen Du den
kernel "anreichern" kannst und Kommentare was was macht.

Was ich eigentlich "standardmaessig" immer mache ist

    pseudo-device   loop    8       # Network loopback
	damit kannst Du bis zu 8 virtuelle Interfaces verwenden

    pseudo-device   vn              # Vnode driver (turns a file into a device)
	damit kannst Du Files als devices mounten. Hast Du z.B. ein ISO image
	einer CD kannst das mit
	    # vnconfig /dev/vn0c /tmp/ISOimage
	konfigurieren und dann z.B. mit
	    # mount -t cd9660 /dev/vn0c /mnt
	mounten

    pseudo-device   pty     256
	erlaubt Dir mehr ptys (brauchst Du jeweils fuer login, xterms, etc)

    maxusers	64
	schraubt generisch einige kernel-Parameter hoch (open files, etc).
	Solltest Du nicht hoeher als 64 setzen im Moment, sonst koennte
	es Probleme geben :/

    options         KTRACE          #kernel tracing
	schmeiss ich immer raus. Das braucht man normalerweise nicht,
	und es erhoeht *minimal* die Kosten fuer jeden syscall, aber
	wenn Du ein hochperformantes System willst, kann sich das dann
	doch bemerkbar machen (vor allem wenn Du's nicht brauchst ;-))

    options         SYSVSHM
    options         SYSVMSG
    options         SYSVSEM
	das brauchen manche Programme und es tut nicht weh :-)
	ist SysV like shared memory, semaphore, ...

    pseudo-device   bpfilter 1      # Berkeley packet filter
	wenn Du tcpdump/IP debugging machen willst, brauchst das. Ansonsten
	wuerde ich es rausnehmen. Falls sich jemand root auf der Kiste
	cracked kann er damit ganz leicht das Netz ueberwachen und z.B.
	logins und Passwoerter rausziehen. Kommt halt drauf an was Du
	mit der Kiste machen willst.
	Die Zahl gibt an wieviele simultane BPF clients Du haben kannst.


Wenn Du einen neuen Kernel konfigurierst, ist es am besten das GENERIC
zu kopieren, z.B. nach "MEINER" und die Aenderungen an der Datei MEINER
ausgehend vom GENERIC zu machen. Du solltest nicht vergessen (steht
ziemlich am Anfang)
   ident        GENERIC
zu ersetzen durch
   ident	MEINER

Hast Du das, machst Du ein
   # config MEINER
   # cd ../../compile/MEINER
   # make depend && make && make install && reboot
Den vorherigen Kernel hast Du immer noch als /kernel.old und wenn der
neue aus irgendeinem Grund nicht hochkommen sollte, kannst Du den immer
noch mit
    boot ctrlr(unit,part)/kernel.old
booten. Typischerweise ist das bei SCSI Disks:
    sd0,a)/kernel.old
oder
    da(0,a)/kernel.old
Das sagt Dir der bootloader beim Booten normalerweise aber
vielleicht magst Du Dir aber vorher trotzdem einen Blick in
    $ man 8 boot
antun ;-))

Und dann hast Du auch immer noch den
    /kernel.GENERIC
als "last resort".

Ich hoffe das hilft Dir erst mal ein gutes Stuecks des Weges.

	\Maex

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